Reset Jalegara alle Uhren auf 0

Reset

Zum zigsten Mal in den letzten drei Jahren setze ich die Uhren meiner Zeitrechnung auf 0 und beschließe, wieder von Vorne anzufangen. Aber ist nicht jeder Tag ein Neubeginn? Jede Stunde? Jede Minute?

In den letzten drei Jahren hat sich für mich sehr viel verändert. Vor allem habe ich mich verändert.

Rückblick

Selbstverständlich, dass dann nichts so bleiben kann, wie es einst gewesen ist. Diese Erkenntnis und ihre Konsequenzen sind nicht nur für mich, sondern vor allem für meine Kinder sehr schmerzhaft.

Derzeit scheint es mir bisweilen, dass ich an allen möglichen Fronten kämpfe. Oft frage ich mich, wie ich das alles schultern soll.

Anfang dieses Jahres ist mein Mann ausgezogen. Nach 23 gemeinsamen Jahren. Mit meinen Eltern bin ich in offene Konfrontation gegangen. Meine vier noch bei mir wohnenden Kinder drehen am Rad. Vor allem die beiden Ältesten.

Kein Wunder, wenn Trennung der Eltern, Pandemie, mit all ihren Konsequenzen, und die Pubertät sich ein Stelldichein geben.

Doch trotz der ganzen Widrigkeiten, fühle ich mich streckenweise, wenn mich mal keine Gewissensbisse und Selbstzweifel plagen, wie befreit.

Bücher, wie das von Melanie Tonia Evans oder Bessel van der Kolk haben mir zu mehr Erkenntnis und Verständnis meiner Situation verholfen.

Zwar bin ich unglaublich extrovertiert aber ich widerstehe hier mal meiner starken Tendenz hier jetzt mein Leid zu klagen. Hauptsächlich, weil es mir selbst nicht guttut. Es ist so, als würde ich die Dinge, beim erzählen oder beschreiben, immer wieder und wieder durchleben. Dabei hat eigentlich ein Mal schon gereicht.

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Stand der Dinge

Wie bereits beschrieben kämpfe ich derzeit an allen Fronten. Ich kämpfe vor allem mit meiner inneren Wut, dem Bedauern, Selbstmitleid, Selbstzweifeln. Ich kämpfe, mit der Trennung, mit ihren kleinen Spielchen. Ringe mit den Problemen meiner Kinder, die mit der Pandemie, unserer Trennung und teilweise bereits mit der Pubertät zu kämpfen haben. Widersetze mich der toxischen Beziehung zu meinen Eltern, die schon immer sehr grenzüberschreitend waren.

In meiner jetzigen Situation gibt es jedoch vor allem unglaublich vieles für das ich dankbar sein kann.

Noch nie war ich so froh hier in Deutschland zu leben. Hier wurde ich vom sozialen Netz aufgefangen. Was für ein Glück das ist, merke ich erst jetzt. Denn ohne das hiesige Sozialsystem, wäre ich entweder meinem Mann oder meinen Eltern ausgeliefert, bzw. vorerst völlig mittellos.

So habe ich Zeit gehabt, mich zu fangen und wenigstens etwas ruhiger zu werden. Meine Situation wäre jedenfalls um längen schlechter als sie derzeit ist.

Über so vieles darf ich mich glücklich schätzen. So habe ich es geschafft die Wohnung auf mich zu überschreiben. Was nicht ganz einfach war. Vor allem wegen der einzuzahlenden Genossenschaftsanteile in Höhe von über 5000,-€. Für einige Peanuts, für mich ein hoher Betrag.

Damit sind auch die Voraussetzungen geschaffen worden, dass die Kinder weiterhin bei mir leben und auf ihre alten Schulen gehen können. Ihre Freunde haben sie ebenfalls in der Nähe. Selbst, wenn mich meine Kinder fast täglich in den Wahnsinn treiben. Auf sie möchte ich keines Falls verzichten. Trotzdem genieße ich es, dass ich jetzt jedes zweite Wochenende „Kinderfrei“ habe. Zumindest die zwei/drei Jüngsten sind jetzt jedes zweite Wochenende bei ihrem Vater.

Ein weiterer Grund dankbar zu sein ist, dass zumindest vorläufig, das ehemalige Familienauto hauptsächlich zu meiner Verfügung steht. Ich genieße jeden einzelnen Tag, an dem das so ist. Es ist eine unglaubliche Erleichterung, schon alleine, wegen der Einkäufe. Natürlich ginge es auch ohne….um so mehr ein Grund dankbar für diesen unglaublichen Luxus zu sein.

Anfangs hatte ich besondere Sorgen hinsichtlich der neuen finanziellen Lage. Überall hört man, wie knapp das Arbeitslosengeld 2 bemessen ist. Zugegeben, viel ist es nicht, aber wir haben vorläufig einen unglaublichen Vorteil. Denn ich rauche nicht, ich trinke nicht und wir haben (noch) weder Hund noch Katze. Das sind alles Posten, die sich finanziell unglaublich bemerkbar machen. Ihre Abwesenheit verschafft uns etwas mehr Luft.

Ausblick

Für den Anfang war es gut wie es war. Langsam wird es Zeit nach weiter zu gehen. Die nächsten Etappen sind, a) nicht mehr von der staatlichen Unterstützung abhängig zu sein, b)in der Haushaltsplanung nicht mehr auf die Unterhaltszahlungen meines Mannes angewiesen zu sein, c) die Weltherrschaft zu erringen (Kennst du noch „Der Pinky und der Brain„?). So in etwa dieser Reihenfolge.

Ich werde jetzt schnell schauen müssen, welches Konzept zum „Broterwerb“ ich für mich entwickle. Eines ist klar, es sollte pandemiesicher, Kinderfreundlich und Hundekompatibel sein.

Das müsste doch zu schaffen sein, was denkst du?

Jetzt ist Gelderwerb nicht nur ein nettes Plus für die Familienkasse, sondern ein Muss.

So, genug geschrieben, jetzt krempele ich die Ärmel hoch und mache erst einmal Mittagessen.

Jalegara ist einmalig meets Lutia Pimpinella

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