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Um eine Erfahrung reicher – zum ersten Mal auf einem Flohmarkt

Seit gestern bin ich um eine Erfahrung reicher. Denn ich habe zum ersten Mal mein überschüssiges Hab und Gut auf einem Flohmarkt verkauft.

Flohmarkt am Alsterdorfer Markt

Wie es dazu kam?

Ganz spontan ist mir die Idee dazu gekommen. Vor ein paar Tagen, als ich mich an meinen „Endgegner“ Keller heran wagte.

Ja auch ich habe meine Leichen im Keller. Ich habe sogar sehr viele davon, viel zu viele. Seit gestern allerdings einige weniger.

Denn im Gegensatz zu vielen anderen Organizern bin ich kein geborener Ordnungsmensch, sondern eher vom Clan Chaos und Verwüstung. Das Ordnung halten ist bei mir kein Naturzustand, es ist das Resultat von Übung und dem Einüben, bzw. Wiedereinüben von Routinen. Selbst so banalen, wie dem machen des Bettes gleich nach dem Aufstehen.

Als ich nun vor ein paar Tagen im Fond des Kellers Diverse Kisten mit Kinderkleidung hervorholte kam mir diese Idee.

Ich entschloss mich also, nach einem Blick auf die lokale Wettervorhersage, auf die Restplatzvergabe eines benachbarten Flohmarktes zu setzen und hatte Glück. Ich kriegte einen sehr netten Platz, das Wetter war Bombe und entgegen den Vorhersagen meiner Nachbarin, bin ich nicht vom „auf dem Flohmarkt stehen“ abgeschreckt. Es ist nichts was ich jetzt jeden Sonntag machen möchte  aber ein bis zwei Mal im Jahr….warum nicht?! Meiner Tochter und ihrer Freundin, der Tochter der besagten Nachbarin, hat es übrigens anscheinend auch gefallen. Beim zusammenpacken schmiedeten die Mädchen bereits Pläne was sie auf einem anderen Flohmarkt besser machen würden.

Was ich bei dieser Veranstaltung gelernt habe?

Jede neue Erfahrung hat das wundervolle an sich, dass sie uns eine Lektion erteilt, neue Einsichten gewährt und alte bestätigt.

Es lohnt sich manchmal Dinge ohne besonders viel Planung zu machen. Einfach so auf gut Glück an einem ziemlich sicher als sonnig vorhergesagten Tag spontan auf einem Flohmarkt zu erscheinen.  Denn zumindest bleibt einem der Frust eines Verregneten Tages erspart. Nicht, dass ich nicht darauf vorbereitet gewesen wäre… aber mit Sonne war es einfach schöner.

Wie allgemein im Leben gilt auch auf dem Flohmarkt, weniger ist mehr. Insoweit wurde hier meine bereits vor längerer Zeit gewonnene Einsicht bestätigt. Ich hatte einfach viel zu viele Sachen mit. Als ich meine ersten zwei Kisten ausgepackt habe, war der drei Meter Tapeziertisch bereits voll und ich hatte noch sooooooo viel aber keinen Platz es zu präsentieren! Ich habe dann nach dem Flohmarktende, beim Einpacken  nochmals kräftig aussortiert und drei 120 l Säcke in die Altkleiderspende gegeben. Was weg ist ist weg!

Später, als ich mich mit meiner Standnachbarin zur rechten unterhalten habe, erfuhr ich, dass zu viel mitzunehmen ein „Standardanfängerfehler“  ist, gleich neben überhöhten Preisvorstellungen. Sie selbst hatte auf ihren ersten Flohmarkt auch viel zu viel mitgenommen und nur 15 € Erlös erzielt. Es war eine sehr, sehr nette Frau mit zwei Zwillingssöhnen die später zu ihr und ihrem Mann hinzukamen. Beim plaudern mit dieser Frau wurde ich darin bestätigt, dass die Welt voller netter Leute ist.

Dennoch, auch wenn ich die Sachen größtenteils für 0,5 – 1 € verkauft habe und nach dem Aussortieren noch mindestens 4 von 6  Kartons in den Keller zurückgewandert sind, so habe ich immerhin 80 € Reinerlös erzielt.

A propos vier von sechs Kartons….. da sieht man mal wieder was für einen Unterschied es doch macht, wenn die Sachen ordentlich zusammenlegt/gefaltet/ gerollt oder was auch immer werden und man sie nicht einfach so irgendwo hineinstopft. Irgendetwas muss ich ja offensichtlich  neben den drei aussortierten 120 l Säcken verkauft haben…. wie denn sonst hätte ich ansonsten insgesamt über 110 € eingenommen und nach Abzug der Standgebühren ca. 80 € Reinerlös erwirtschaftet. Nicht desto trotz bin ich mit kaum weniger Kartons nach Hause gekommen als ich losgefahren bin.

Es lohnt sich noch einen zweiten Tapeziertisch zu haben und in die Breite zu bauen. Da die Standgebühr pro laufenden Meter berechnet wird, gewinnt man auf diese Weise Verkaufsfläche ohne Aufpreis. Ganz zu Anfang sind mir die „Flohmarktprofis“ aufgefallen welche diese Doppelreihen aufbauten.

Es waren auch die gleichen Leute, die ihren Stand innerhalb kürzester Zeit auf- und später auch abbauten und  auch längst nicht so viele Sachen mitzuhaben schienen wie ich. Zumeist waren die Sachen auch in praktischen, Klarsichtboxen aus Plastik verstaut.

Mein Fazit

Ich denke so einen Flohmarkt kann man gut einmal im Jahr für sich als Event feiern. Man darf nicht zu viel erwarten und sich einfach vornehmen so viel Spaß, wie möglich beim Verkauf zu haben. Ich für meinen Teil werde auch das nächste Mal auf gut Glück aufbrechen und bei der Restplatzvergabe mein Glück versuchen. Ein Risiko, bestimmt aber dafür mit einer gewissen Gutwettergarantie. Ehrlich gesagt, da gehe ich ein Risiko gerne ein.

Mein Keller ist leider noch fast genauso voll wie vor der Flohmarktaktion…ich bin dafür jedoch  um eine Erfahrung und 80 € reicher. Unter dem Strich hat es sich also gelohnt.

Was den Keller anbetrifft… steter Tropfen höhlt den Stein! Nach und nach wird er sich leeren. Schon morgen kommt jemand vorbei um einen Gegenstand, den ich „zu verschenken“ eingestellt habe abzuholen. Ich freue mich und feiere diesen Umstand!…. Erst ausräumen, dann ausmessen und dann reorganisieren!…Ich glaube unser trockener Keller wäre ein guter Platz für meine Stoffe und die Wolle.

Und was für Erfahrungen hast Du mit Flohmärkten gemacht?

 

Mach´s Gut deine Joanna Maria

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