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Flykondo

FlyKondo; Schritt 2 – Mehrere Wege zum Ziel?

Nun hast Du Dein Ziel klar umrissen und am besten auch Visualisiert. Du bist wild entschlossen, das dich erdrückende Chaos nicht nur zu bändigen und in Schach zu halten, sondern es ganz zu beseitigen.

Du weißt jetzt, was Du haben und wie Du leben möchtest und vor allem warum Du es möchtest!

Und Nun?

Klar Anfangen! Das Eisen schmieden solange es heiß ist… aber wie, wenn Doch so viele Baustellen auf einen warten? Also ich kriegte da immer Muffensausen, wurde schlagartig müde, mich verließ die Kraft…. vor allem. da die Wahrscheinlichkeit sehr groß war, dass man von dem was ich gemacht habe kurz nach der Rückkehr meiner Kinder nichts mehr sah. Ich beschränkte mich immer auf das aufrechterhalten des Status Quo…zu anderem kam ich nicht wirklich. Kennst Du das auch… aber es gibt vieles was immer wieder gemacht werden muss, damit man sich in seiner Wohnung wohl fühlt. Dazu gehört es auch, dass man weiß wo Dinge die man braucht zu finden sind.

Zwei verschiedene Ansätze kurz zusammengefaßt

Marie Kondo und Marla Cilley haben wie ich hier bereits ausgeführt habe was was Aufräumen angeht zwei grundverschiedene Ansätze, die sich aber meiner Ansicht nach im Grunde trotzdem  gut miteinander verbinden lassen.

Marie Kondo plädiert dafür das Chaos, einer bestimmten Systematik folgend, in einem Rutsch ein für allemal zu beseitigen. Der Lebensraum wird nach Kathegorien und nicht nach Räumen entrümpelt. Entscheidendes Kriterium ist dabei, ob die Dinge in unserem Besitz uns glücklich machen oder  uns zu etwas nützlich sind. Nur solche Dinge belässt man in seinem Leben.

Marla Cilley setzt hingegen auf die „Steter-Tropfen-höhlt-den-Stein-Methode“. Es wird nach und nach aufgeräumt. Die Wohnung wird dabei in Zonen aufgeteilt, denen man sich im Wechsel besonders widmet. Gleichzeitig werden stuffenweise Routinen eingeführt und etabliert; Tagesroutinen, Wochenroutinen, Monatsroutinen.

Der gemeinsame Nenner – weniger ist mehr

Beiden Aufräumstrategien liegt jedoch die Einsicht zugrunde, dass unser eigentliches Problem darin besteht, dass wir, aus was für Gründen auch immer, einfach zu viele Dinge besitzen! Es muss also in jedem Fall zunächst gründlich Entrümpelt werden. Denn Gerümpel kann man nicht aufräumen, man muss sich davon befreien(1). Erst danach kann man wirklich Ordnung halten. Das sich dabei auf wundersame Weise auch ganz vieles in unserem Leben verändert ist ein Interessanter Nebeneffekt. Irgendwie fangen wir in einem ordentlichen Zuhause an anders zu ticken.

Der Unterschied zwischen den beiden Ladies besteht darin wie sie die Sache angehen. Marie Kondo rückt dem überschüssigen Zeug bewußt, konzentriert und systematisch nach Kathegorien geordnet zur Leibe.  Marla Cilley hingegen geht das große Chaos in kleinen 15 Minuten Häppchen, den 27-Dinge-Boogie tanzend, Raum für Raum, Zone für Zone an.

Dabei ist gar nicht gesagt, dass man mit der Konmari-Methode von Marie Kondo schneller ans Ziel kommt. Denn sie selbst räumt ein, dass so ein „Aufräumfest“ durchaus ein halbes Jahr dauern kann.(2) In diesem Zeitraum kann man auch mit der Flylady seinen Haushalt auf Vordermann bringen und sein Leben von Grund auf umkrempeln. Denn ein halbes Jahr ist schließlich schon eine Menge Zeit, nicht wahr?

Das „Für“ und „Wider“

An der Konmarie – Methode schätze ich persönlich, das sich bewusste Auseinandersetzen mit den Dingen. Man soll  zum Beispiel beim aussortieren jeden Gegenstand in die Hand nehmen und ihn spüren. Spüren, ob er dich glücklich macht, dir darüber bewusst werden, ob er für dich nützlich ist. Diese Methode erfordert dadurch durchaus ihre Zeit. Im Zweifel mehr Zeit als man für das Aussortieren der einzelnen Kategorien veranschlagt hat. Denn wenn man die ganze Kleidung aus der gesamten Wohnung, am besten noch aus dem Keller und dem Dachboden, zusammenträgt(3)… da kommt ganz schön was zusammen!

Der entscheidende Vorteil dieser Methode ist jedoch, dass Du dir der Menge der Gegenstände die Du besitzt wirklich bewusst wirst. Es ist eine Art Genarallinventur deines Hausstandes. Du weißt später ganz genau was Du hast und kannst je nach deinen eigenen Vorlieben entscheiden, ob etwas für Dich entbehrlich ist oder nicht! Denn es geht nicht darum Dinge einfach weg zuwerfen ,sondern darum nur das zu behalten, was dich aus was für Gründen auch immer glücklich macht oder für Dich unentbehrlich ist. Vielleicht, weil Du es für deinen Beruf brauchst.

An der Flylady liebe ich hingegen gerade die  kleinen überschaubaren Aufräum-Häppchen. Denn alles lässt sich  15 Minuten lang aushalten. Jede noch so ungeliebte aber notwendige Aufgabe. Und wenn man jeden Tag den 27-Dinge-Boogie tanzt, kommt innerhalb recht kurzer Zeit dann doch allerhand an Gerümpel aus der Wohnung raus. Allerdings mitunter auch einiges, was man beim genauen nachdenken doch vielleicht lieber behalten hätte. Ich persönlich halte nämlich nichts davon Nägel mit einer Pfanne in die Wand zu schlagen nur weil man einen lange nicht benutzten Hammer weggeschmissen hat. Das mag sich vielleicht niedlich anhören, wenn man davon liest und es andere betrifft…. aber nein… nee für mich ist es nichts!

Das ist so wie diese Fotos oder Videozusammenschnitte mit dem was Kinder so alles angestellt haben… Das ist nur lustig bei fremden Kindern, jenseits der eigenen Wohnung.  Ich persönlich würde, in den meisten Fällen schreiend, angsterfüllt und/oder fuchsteufelswild zum Kind rennen und nicht erst noch mein Handy oder meine Fotokamera suchen. Aber vielleicht bin ich da etwas unentspannt.

Da ich persönlich kein geborener Organiser bin, halte ich das Einführen und Etablieren von Routinen mittlerweile für ganz besonders wichtig. Denn es sind gerade die Routinen die uns nach dem Entrümpeln dabei helfen, die ein Mal geschaffene Ordnung dauerhaft und scheinbar mühelos zu halten. Mir persönlich fällt es  schwer mit dem Kontroll-Journal und seinen Routinelisten zu arbeiten. Aber sie sind eigentlich, vor allem dann, wenn es sehr turbulent zugeht eine gute Hilfe alles am laufen zu halten.  Außerdem, was man nicht im Kopf hat, hat man dann auf der Liste. So vergißt man nichts wichtiges. Allerdings habe ich bei einigen das Gefühl, dass sie zu Sklaven ihrer Listen werden und ihr Leben zu sehr verplanen. Vielleicht habe ich aus diesem Grund ein Problem mit diesem eigentlich ganz nützlichen Werkzeug, welches im Grunde das Schult, was man für ein dauerhaft aufgeräumtes Zuhause unbedingt braucht.

Was man in jedem Fall unbedingt braucht

Welchen Weg man nun genau einschlägt, bzw. welche Methode man bevorzugt hängt im wesentlichen vom eigenen Charakter ab. Aber auch davon, ob man alleine, mit einem Partner oder mit einer Familie lebt. Aber egal wie deine Lebensumstände sind, du musst auf jeden Fall eines sein, konsequent! Ohne Konsequenz geht es nicht. Egal ob Du  nun die eine oder die andere Methode oder die Synthese aus den beiden auf deinen Wohn- und Lebensraum anwenden möchtest. Du musst sehr konsequent sein. Diese Konsequenz in deinen Handlungen wird durch das einüben der Routinen langsam aber sicher trainiert.

Wie schon gesagt bin ich für eine Synthese aus Flylady und Konmarie… den Flykondo… das bedeutet Du brauchst noch unbedingt einen Kurzzeitmesser…so einen „Timer“, den hat vermutlich  auch dein Handy.

Später wären ein Kalender, ein Schnellhefter, Klarsichthüllen und Papier für das anfertigen des Kontroll-Journal nicht schlecht.Wobei ich denke, dass man sich da durchaus mittlerweile auch mit dem Handy behelfen kann.

Womit anfangen?

Stellt sich nun die Frage… womit Du den anfangen sollst?

Am besten nimmst Du dir jetzt ganz schnell einen Kalender und schaust nach, wann Du genügend Zeit hast dir deine Kleidung vorzunehmen und „blokierst einfach diesen Termin. Du brauchst einfach Zeit um in Ruhe die erste Kategorie nach KonMarie durchzugehen.

Dann widmest Du dich heute Abend deiner Küchenspüle und bringst sie auf Hochglanz. Sie muss glänzen! Warum ausgerechnet die Küchenspüle? Nun, die Küche ist das Herz des Hauses und die Küchenspüle ist das Herz der Küche. Es ist der Ort an dem zumeist das ganze dreckige Geschirr abgelegt wird, egal ob man nun einen Geschirrspüler hat oder nicht. Irgendwie wird die Küchenspüle immer zugestellt.

Also, ran an die Küchenspüle!

Dazu entfernst Du zunächst alles was sich in und um die Küchenspüle befindet.

Du füllst die Spüle bis zum Rand mit heißem Wasser ein, gibst Reinigungsmittel, Haushaltsbleiche oder wie ich Waschsoda hinein und läßt das ganze bis zu einer Stunde einwirken.

Dann läßt Du das Wasser ablaufen und spülst mit klarem Wasser ab.

Jetzt nimmst Du das Reinigungsmittel deiner Wahl und einen Schrubber, einen Spülschwamm oder was immer Du benutzt und schrubst die Küchenspüle gründlich ab. Mit einem Holzspieß kannst Du am Rand der Spüle entlangfahren…ist schon erstaunlich, was sich da so festsetzt. Am Herd übrigens auch.

Dann trocknest Du die Küchenspüle mit einen Geschirrtuch ab. Ich poliere sie manchmal mit etwas Öl oder Vaseline, damit es so richtig schon glänzt und sich die Wasserflecken nicht so schnell bilden.

So jetzt blitzt deine Spüle! Diesen Zustand versuchst Du bitte zu halten! Jedes Mal, denn Du Wasser in die Spüle laufen lässt nimmst Du ein sauberes Geschirrtuch und wischst die Spüle damit wieder trocken. Insbesondere Abends.

Erkläre deiner Familie was Du tust, sonst halten dich alle für verrückt, und bitte sie darauf zu achten die Spüle nicht vollzustellen…..ja ich weiß….mit Kindern ist das so eine Sache.. aber die werden auch schnell groß und Wohngmeinschaften, wie StudentenWG´s lasse ich hier mal außen vor.

Du wirst dich wundern, wie oft Du die Küchenspüle benutzt und dementsprechend abtrocknen must. Trotzdem, übe dich in Gelassenheit und lasse Dich nicht in den Wahnsinn treiben ;). Ärgere dich also nicht, wenn deine Familie das mit der Spüle zunächst nicht so wichtig nimmt wie Du. Wenn Dein Zuhause bisher sehr Chaotisch war, mußt Du schon eine ganze Menge vorarbeit leisten um deine Familie später langsam mit in´s Boot zu holen. Das geht leider nicht von heute auf Morgen. Das sogenannte „Haltung zeigen“, also das nicht meckern und schimpfen, war und ist für mich übrigens bis heute das schwierigste an FlyLadies weg. Aber ich habe ja selbst so eine große Familie gewollt!

Wenn deine Küchenspüle blitzt machst Du Dich bettfertig UND legst deine Kleidung für den nächsten Morgen zurecht!

Am nächsten Tag ziehst Du dich gleich nach dem Aufstehen an und machst dein Bett! (4) Dein Bett ist die Küchenspüle deines Schlafzimmers, halte es nach Möglichkeit ordentlich gemacht.

Am Abend machst Du dich dann rechtzeitig bettfertig um genügend Schlaf zu finden. Vor dem Schlafengehen legst Du wieder deine Kleidung für den nächsten Tag zurecht und vielleicht gehst Du gedanklich noch einmal durch, was für den nächsten Tag so ansteht? Du nimmst dir genug Zeit um „herunterzufahren“. Diese Abendroutine ist die wichtigste Routine des ganzen Tages.

Am nächsten Tag geht es dann wieder los….

Das heißt zunächst versuchst Du deine Küchenspüle ordentlich zu halten und führst langsam eine Morgen- und eine Abendroutine ein. Wichtig ist, dass Du dich dabei um Dich selbst kümmerst. Dir etwas gutes tust… indem Du vielleicht daran denkst zu Frühstücken, dich zurecht zu machen, dich zu pflegen.

Denn das Fly in der Flylady steht nicht nur für das Englische Wort für Fliege… , sondern auch für Finaly Loving Yourself also sich selbst endlich lieben!

So das wäre der erste Schritt….

Das nächste Mal schreibe ich etwas zu der Kategorie Kleidung. Ich liebe diese kleinen Päckchen… aber dazu später!

 

Mach´s Gut deine Joanna Maria

 

  1. Marla Cilley „Die Magische Küchenspüle“,2017, S 45 ff
  2. Marie Kondo, Magic Cleaning-Wie richtiges Aufräumen ihr Leben Verändert, 32. Aufl 2017, S. 48
  3. Ich meine das absolut ernst! Als ich meinen Kleiderschrank das letzte Mal nach Konmarie aussortierte… war ich für mich schnell fertig. Ich hatte einfach nicht viel Kleidung also ging es schnell. Nach dem Aussortieren hatte ich sogar ein Problem… Ich hatte sogar zu wenig Kleidung. Doch dann fing ich an den Keller aufzuräumen….und fand dort weitere Kleidung… die auszusortieren war aus was für einem Grund auch immer wesentlich schwieriger!
  4. Die FlyLady besteht darauf, dass man sich bis zu den Schuhen hin anzieht und am besten feste Schnürschuhe trägt. Nun, das ist so eine Sache…bei kleinen Kindern und spitzen kleinen Legosteinen die nur darauf warten sich in nackte Fußsohlen zu bohren sind feste Schuhe auch im Haus nicht zu verachten. Nicht jeder möchte in seiner Wohnung Schuhe tragen, allerdings was spricht dagegen sich gemütliche Schnürrschuhe nur für die Wohnung zu holen.

 

 

 

 

 

 

 

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