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Flykondo – Die Synthese aus KonMarie und Flylady

Kennst Du schon Flykondo?

Flykondo ist die Synthese aus der von Marie Kondo entwickelten KonMarie-Aufräummethode und dem von der Flylady, Marla Cilley, entwickelten System zur Beherrschung des alltäglichen Chaos. Zweier auf den ersten Blick sehr unterschiedlicher Ordnungssysteme, die sich jedoch bei näherer Betrachtung sehr gut ergänzen. Zumal beide das Ziel haben, die Menschen etwas glücklicher und zufriedener mit ihrem Leben zu machen.

Vielleicht sagt dir aber auch keiner dieser Begriffe etwas, weder Flykondo, noch KonMarie, noch Flylady mit ihrer Magischen Küchenspüle…..

Obwohl ich mir das nicht vorstellen kann, denn Marie Kondos „Magic Cleaning“ ist nach meinem dafürhalten derzeit so richtig schön trendig. Sogar mein Mann kam vor kurzem auf mich zu und meinte er hätte gerade eben etwas darüber im Radio gehört. MEIN MANN!!

Aus diesem Grunde erzähle ich dir hier kurz wie ich zu Flykondo kam und skizziere kurz die Charakteristika von KonMarie und Flylady´s Magischer Küchenspüle.

 

Wie ich zu Flykondo kam

 

Wohnzimmer Panorama

 

Wie so oft war auch hier der Zufall die Mutter aller Dinge.

Letzten Spätsommer bin ich durch Zufall auf Marie Kondos KonMarie Methode gestoßen. Ich weiß jetzt nicht mehr, ob ich darüber in irgendeinem Blog gelesen oder darüber auf Facebook  oder bei YouTube gestolpert bin. Aber dieses Video war meine erste visuelle Begegnung mit Marie Kondo auf You Tube.

Ich suchte damals nach einer Methode meine Wäsche besser zusammenzufalten und effizienter aufzubewahren. Meine dreijährige Tochter und ich teilen uns einen ein Meter breiten Ikea Paxschrank mit zwei Schubladen. Ich war es mit der Zeit jedoch mehr als leid, dass ich keinen guten Überblick mehr über den Inhalt der Schublade meiner Tochter hatte.  Durch das konmarieinspirierte Falten und hochkantige Aufbewahren der Kleidung kehrte endlich Übersichtlichkeit und Ordnung in diese „Schublade des Grauens“ ein. Ich war sofort von der KonMarie – Methode begeistert, organisierte meine eigene Schublade dementsprechend um und wollte unbedingt mehr über Konmarie erfahren. Eine neue Welt tat sich auf. denn wie sich herausstellte, ist KonMarie wesentlich mehr als eine Falttechnik für Wäsche. Es ist ein sehr effizientes und tiefgreifendes Ordnungssystem.

Zum Jahreswechsel stolperte ich in der Facebookgruppe Ordnungszauber über die „Flylady“. Jemand erwähnte sie in einem Eintrag, dann fragte noch jemand, wer denn mit ihm „fliegen“ wolle. Neugierig geworden fragte ich nach, wer denn diese „Flylady“ sei und was es mit dem „Fliegen“ auf sich habe. So kam ich zur „Magischen Küchenspüle“. Noch bevor ich das Buch selbst in den Händen hielt war mir dessen Inhalt jedoch durch die You Tuber  Diane von „Diane in Danmark“ und  Kat von „A Better Life With Flylady Kat“  bereits recht gut bekannt. Ich kann diese Damen allen die des englischen mächtig sind nur wärmstens empfehlen. Ich dachte mir sofort, dass der Weg der Flylady eine sehr gute Ergänzung zu Marie Kondos „Putzfest“ sei. Ein gutes Mittel die ein Mal etablierte Ordnung zu erhalten und vielleicht für so machen das Mittel der Wahl, denn dieser Weg ist etwas sanfter als der von Marie Kondo.

Als ich vor kurzem meine  „Über Mich“ Seite bearbeitete und die Links erstellte, stieß ich auf eine Flykondo – Gruppe bei Facebook. Es war schön auf Leute zu treffen die genau so dachten wie ich! Nämlich das diese beiden Systeme sich so wunderbar ergänzen und so hilfreich sein können.

Aber was genau sind die Ansätze von Marie Kondo und Marla Cilley?

 

Marie Kondos KonMarie-Methode des Magic Cleaning

 

 

Marie Kondo ist das beste Beispiel dafür, wie man aus einer Zwangsneurose einen Beruf machen kann mit dem man nicht nur seinen Lebensunterhalt verdienen, sondern auch vielen anderen Menschen dabei helfen kann, ihren Haushalt und letztendlich auch ihr Leben in den Griff zu kriegen.

Die KonMarie Methode unterscheidet sich grundlegend von anderen Ordnungssystemen. Es wird hier nach Kategorien aufgeräumt und nicht nach Räumen und Schränken.

Es geht dabei darum, nur ein Mal, dafür aber mit Freuden richtig und endgültig aufzuräumen. Das Aufräumen soll keine lästige Plakerei sondern ein freudiges Aufräumfest sein! Der Beginn eines neuen geordneten und glücklichen Lebensabschnitts.

Die erste Voraussetzung dafür ist, dass man sich zunächst darüber klar wird, wie man leben möchte. Sich sein Ideales Leben, seine Ideale Wohnumgebung visualisiert. Damit gewinnt  man Motivation, ein Ziel auf das man zuarbeitet.

Danach fängt man an, seinen Besitz systematisch und in einer bestimmten Reihenfolge nach Kategorien durchzusichten. Jedes Teil wird bewußt in die Hände genomen. Nur das, was einen bei Berührung damit glücklich und froh macht wird behalten. Eine Ausnahme bilden all die Gegenstände die zwar nicht Glücklich machen aber die man immer wieder einfach braucht, weil sie unentbehrlich sind.

Von allem anderen verabschiedet man sich. Man dankt ihm für die geleisteten Dienste und bringt es so schnell wie möglich weg, im Zweifel in den nächsten Müllcontainer.

Dabei geht man beim Aussortieren nacheinander die folgenden Kategorien durch:

Kleidung
Bücher
Dokumente
Komono (Krimskrams aus Küche, Bad, Hobby)
sentimentale Erinnerungsstücke (Fotos, Liebesbriege, Kinderbasteleien)

Es geht darum, dass man sich zunächst von denjenigen Dingen trennt, bei denen dies noch relativ leicht fällt. Darum, dass man zunächst lernt überhaupt zu spüren was einen glücklich macht und Freude schenkt. Ja, ja…. es ist schon etwas Esotherisch. Für gewöhnlich spricht der Durchschnittsmensch  ja nicht unbedingt mit seinem Pullover oder seinem Shirt.

Hat man seine Auswahl getroffen, dann erhält jeder verbleibende Gegenstand einen nunmehr festen Platz, an dem er immer wieder zurückgebracht wird. So entsteht kein Chaos mehr. Die Idee dahinter ist, dass man nun im Grunde nie mehr aufräumen muss. Eine Wundervolle Idee nicht wahr?

Die Krux dabei ist, dass man nur seine eigenen Sachen auf diese Art und Weise aussortieren kann. Denn nur die Person, der die Dinge gehören kann entscheiden, ob die Gegenstände sie nun glücklich machen und Freude in ihr Leben bringen. Logisch oder? Fremdes Eigentum ist daher Tabu!

Problematisch wird es daher sobald man einen Partner oder gar Kinder hat. Habe ich schon erwähnt, dass ich fünf davon habe?

Zwar hat Frau Kondo ebenfalls zwei kleine Töchter, aber  Satsuki und Miko sind mit 2 bzw. 1 Jahr (Stand September 2017) noch wirklich sehr klein. In diesem Alter haben meine Kleinen auch noch begeistert beim Aufräumen mitgeholfen, sie haben noch nicht begeistert Steinchen und Kellerasseln gesammelt und ich hatte mehr Einfluss darauf was sie ins Haus einbrachten. Sie waren ein Spiegel meiner selbst. Denn ich bestimmte weitgehend ihr Leben. Das änderte sich in dem Maß in dem sie selbstständiger wurden und eine eigene Persönlichkeit entwickelten.

Wie Marie Kondo in ihren Büchern mehrfach einräumte, hat sie im Laufe ihres Lebens ihr Aufräumsystem immer wieder revidiert  und optimiert. Ich bin mir sicher, dass in ein paar Jahren hinsichtlich des Ordnunghaltens mit Kindern ein Update erfolgen wird. SiDenn ich vermute, dass auch Marie Kondos Töchter einfach nur Kinder sind und dieser Realität wird sich mein „Guru“ stellen müssen. Natürlich macht es schon einen Unterschied, ob ein Kind in eine bestimmte klare Ordnungsroutine hineinwächst….aber Kinder sind nun mal Kinder, überall auf der Welt.

Während ich so über die Vereinbarkeit des Magic Cleanings mit meiner Familie sinierte. Darüber nachdachte, wie man den Status Quo der erreichten Grundordnung dauerhaft aufrecht erhalten und auf die Kinderzimmer ausdehnen könnte, stieß ich auf Flylady´s Magische Küchenspüle! Einem eigentlich diametral anderen Ansatz.

 

 

Marla Cilley´s Magische Küchenspüle

 

Die Magische Küchenspüle

 

 

Im Gegensatz zu  Marie Kondo wählt Marla Cilley den Weg der kleinen Schritte. Frei nach dem Motto steter Tropfen höhlt den Stein, plädiert sie für die Einführung von täglichen Routinen. Wobei feste, geschnürte Schuhe Pflichtprogram sind. „Progress Not Perfection!“ ist ihr Wahlspruch. Also Vorankommen und nicht Perfection. Ein Küchentimer ist  ihr wichtigstes Hilfsmittel beim Kampf gegen das alltägliche Chaos. Haltung ist Alles!

Sie geht davon aus, dass der Drang „es perfekt“ zu machen uns gerade zum Scheitern bringt (also keine Perfektion).  Jeden Tag etwas zu machen (Vorankommen) ist ihrer Ansicht nach besser als stundenlang zu putzen. Schließlich ist die Wohnung nicht an einem Tag so schnutzig/unordentlich geworden. Also wird zumeist in 15-Minuten-Einheiten ausgemistet oder geputzt (Küchentimer).  Sich bewußt Ruhepausen zu gönnen, sich zu verwöhnen, zu belohnen, kurzum zuallererst gut für sich selbst zu sorgen steht dabei an erster Stelle. „FLY“ steht nämlich auch für Finaly Loving Yourself – Sich selbst endlich lieben.  Deswegen gehört es zu der Morgen-Routine unbedingt sich selbst hübsch herzurichten und zur Abendroutine, sich die Kleidung für den nächsten Tag heraus zu suchen, sowie sich rechtzeitig hinzulegen, um genug Schlaf zu kriegen (kriege ich persönlich leider irgendwie nicht so richtig hin).

Marla Cilley ruft dazu auf aus der Opferrole herauszukommen und die Märtyrer – Haltung aufzugeben, nicht mehr zu jammern. Denn Haltung ist Alles! Dazu gehört es, seine negative Haltung gegenüber den im Haus anfallenden arbeiten zu ändern. Sich nicht mehr zu beklagen, sondern die anderen vor allem Kinder so einzubinden, dass es zu einem Spaß wird, auch wenn die Aufgaben nicht perfekt erledigt werden. Wenn man mit dem Endergebnis nicht zufrieden ist, dann soll man nicht meckern sondern es selber machen.

Ich finde diese Methode wirklich sehr effizient… auch wenn ich vor allem an der „Haltung“ dringend arbeiten muss. Im Gegensatz zu Magic Cleaning finde ich sie vor allem Familientauglich… aber so was von!

Wenn ihr das System noch nicht kennt, das Buch noch nicht gelesen habt, dann fragt ihr euch vielleicht; “ was zum Teufel hat es denn mit der Küchenspüle auf sich? Warum ist sie denn magisch?“…. Nun ganz einfach, der erste „Babyschritt“ auf dem Weg in ein geordnetes, aufgeräumtes und sauberes Zuhause besteht darin die Küchenspüle gründlich zu reinigen. Sie zum Glänzen zu bringen, auf dass ihr Glanz einen geradezu blenden möge! Die Küchenspüle ist der Ausgangspunkt der Ordnung die immer weitere Kreise zieht. Sie sauber und glänzend zu halten ist die allererste Routine, der erste Schritt.

 

 

Flykondo die Synthese aus beidem – eine Analyse

Wie man KonMarie und Flylady zusammensetzt, das bleibt natürlich einem jeden überlassen. Ich persönlich bin zunächst der KonMarie-Methode begegnet und erst danach auf die Flylady gestoßen. Für mich hat Flylady einiege von KonMarie aufgeworfene Fragen beantwortet. Wie zum Beispiel, wie erhalte ich Ordnung solange ich mit meinen fünf Kindern unter einem Dach lebe.  Meiner Auffasung nach hilft Flylady ,die mit KonMarie  ein Mal hergestellte Grundordnung mühelos dauerhaft zu erhalten.  Die Erfolge bei KonMarie sind zwar sehr  schnell sichtbar und greifbar aber die Methode der FlyLady ist für mich definitiv Familienkompatibler! Wenn man mit Kunden arbeitet ist Konmarie jedoch die erste Wahl. Denn der Erfolg muss eben aus der Natur der Sache schnell sichtbar sein!

Sowohl Marie Kondo als auch  Marla Cilley gehen im Grunde davon aus, dass wir oft einfach zu viel an Dingen haben und davon oftmals erschlagen werden. Vor dem Putzen kommt also das Aussortieren, bei Marie Kondo das ultimative, einmaliege „Aufräumfest“, bei Marla Cilley der  regelmäßige 27-Dingie-Boogie (man stellt den Timer auf 15 Minuten und sucht nach 27 Dingen die man wegschmeißen kann. Dann hört man auf….oder eben, wenn der Wecker klingelt. Je nachdem was eher kommt) . Marie Kondo vertritt somit den perfektionistischen Ansatz, denn Marla Cilley ablehnt und dem sie ihre Systematik entgegen setzt.

Bei KonMarie mag ich die deutlich erkennbare  Grundeinstellung, dass es in erster Linie nicht um das Wegwerfen, sondern vielmehr um das Behalten von Dingen geht, die einen schlicht glücklich machen oder zum Leben unbedingt erforderlich sind. Denn auf den Rest kann man verzichten.  Tatsächlich finde ich es hilfreich, wie von Kondo empfohlen, dazu die Gegenstände wirklich bewußt in die Hand zu nehmen und zu „spüren“. Wenn man mit der Flylady den 27- Dinge-Boogie tanzt  besteht nämlich die Gefahr von „Kolateralschäden“. Also, dass man fremdes Eigentum entsorgt oder eben auch Dinge, die man eigentlich braucht, aber im Grund nicht mag.

Auch die Kleiderfaltmethode von Frau Kondo finde ich genial. Die Kleidung nimmt weniger Platz ein, ist übersichtlich verstaut und die Ordnung bleibt auch beim Herausnehmen der Kleidung erhalten. Es ist einfach immer erkennbar, wo sich was befindet und man braucht nicht in der Schublade herumzuwühlen. Vor allem wenn es schnell gehen muss, erspart es einem das spätere mühevolle Aufräumen des eigenhändig verursachten Chaos.

Minimalismus ist zwar etwas was mich derzeit sehr anzieht (ja,ich bin wohl ein Trendvictim!… na und? bin nicht die einzige! Und wenn der Trend gut ist!) aber es ist nicht für jeden etwas! Das muss man akzeptieren (AUA!!) und wenn man mit sechs weiteren Personen zusammenlebt, steigt mit jeder weiteren Person die Wahrscheinlichkeit, dass sie die eigenen Einstellungen nicht teilt! Sic!  Deswegen bin ich mir ziemlich sicher, dass Frau Kondo in ein paar Jahren ein Update ihrer Methode machen wird. Bestimmt wird sie eine geniale Lösung finden. Aber da ich nicht so lange warten kann…. muss ich KonMari für meinen Gebrauch selbst modifizieren.

Flylady mag zwar ein Feldwebel sein aber ihre Methode funktioniert. Vielleicht braucht man etwas länger, bis die Wohnung entrümpelt ist…. aber man sieht auch sehr schnell Erfolge und die Spornen an! Vor allem es geht ganz nebenbei.

 

 

Die beiden Methoden fühlen sich etwas anders an…

KonMarie hat etwas von Aufbruchstimmung. Da steckt sehr  viel Power und Energie dahinter. Lebensverändernde Energie. Es ist wie eine tosende Brandung. Wenn man die Bücher liest ist man wie elektrisiert, voll motiviert und möchte sofort anfangen, jetzt auf der Stelle sein Leben zu verändern.

FlyLady vermittelt  das Gefühl des verstanden, angenommen und geschätzt werdens. Sie nimmt einen an die Hand. Ist wie ein kleiner Bach, der einen beruhigt. Deswegen versucht man auch die Ratschläge die eventuell seltsam anmuten zu befolgen… „Schuhe mein Gott! Ich trage doch keine Schuhe im Haus… Die oberste Regel lautet… nach dem Reinkommen sofort die Schuhe ausziehen!“ Auch wenn man ihr entgegen schreien möchte “ DU BIST NICHT MEINE MUTTER!!!“….also bitte nicht sagen was ich wann wo und wie machen soll… ABER DANN stellt man fest, dass sich das Haus, wenn man es am morgen verläßt in einem tadellosen Zustand befindet und man wesentlich mehr Zeit für andere Dinge hat….. wie zum Beispiel diesen Artikel zu schreiben…. klasse oder?

Mach´s Gut deine Joanna Maria

 

 

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