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Aufgeräumt -Ein Paar Gewohnheiten die dabei helfen, dass Dein Zuhause immer ordentlich erscheint

Hand hoch, wer hätte nicht gerne eine jederzeit vorzeigbare Wohnung. Eine Wohnung, die so gut wie immer „schön aufgeräumt“ ist, das wäre doch was, oder?

Auch wenn es für manche wie ein Märchen klingen mag, DAS ist möglich!

Das weiß ich ganz genau, denn ich selbst habe als Kind ein Jahr lang in einer solchen Wohnung gelebt. Mit den Jahren hatte ich es vergessen gehabt. Aber die Wohnung meiner Großeltern war tatsächlich immer sauber und aufgeräumt. Auch die Wohnung meiner anderen Großmutter, war immer Tiptop. Da gab es kein mir all zu gut bekanntes kräfteraubendes Powerputzen, wenn sich mal Besuch ankündigte. Und bei meinen Großeltern schaute sehr oft jemand unangekündigt vorbei. Schon alleine aus dem Grund, dass Sie, wie die meisten ihrer Generation ohne Telefon aufgewachsen waren und es im Polen meiner Kindheit üblich war, ohne Vorankündigung bei jemandem vorbeizuschauen.

Mittlerweile nähert sich auch meine eigene Wohnung immer mehr diesem Zustand der Glücksseeligkeit. Aber bis dahin war es ein langer Weg. Denn als ich im Rahmen der Familienzusammenführung zu meinen Eltern nach Deutschland kam, kriegte ich einen Schlüssel um den Hals gehängt und es umfing mich das Chaos meiner elterlichen Wohnung. Aus dem Elternhaus habe ich den Ordnungssinn nicht herausgetragen und auch mein eigenes Naturell ist eher von der chaotischen, unstrukturierten Art. Ich habe zwar immer wieder versucht mich in diesem Punkt zu ändern aber… es hat lange gedauert, bis es klick gemacht hat. Und „If I can do You can too!“

 

 

Die Bedeutung von Routinen oder die“ Macht der Gewohnheit“

Vor einiger Zeit habe ich entdeckt oder besser gesagt wiederentdeckt, dass der Schüssel zu einer immer aufgeräumten Wohnung das Schalten auf „Autopilot“ ist. Schlicht  das etablieren von Routinen. Routinen…. was für ein grauenvolles Wort…klingt es doch nach Langeweile, nach eingefahren sein. Nun jedenfalls… klang es für jahrelang für mich danach!

Dabei sind Routinen nichts anderes als Gewohnheiten die einem in´s Fleisch und Blut übergehen. So sehr, dass sie für uns so natürlich werden wie das Atmen selbst.Und ist das Atmen für uns anstrengend? Im Normalfall nicht! Es ist eine Selbstverständlichkeit.

Mit den Routinen ist es ein wenig so wie mit dem Autofahren. Erinnerst du sich noch an deine ersten Fahrstunden? Tausend Dinge die Du gleichzeitig machen musstest; auf den Straßenverkehr achten, Kupplung drücken, Gänge schalten, Blinker setzen, Blick in den Rückspiegel, Blick in den Seitenspiegel, Blick über die Schulter um den Toten Winkel zu checken und noch einiges mehr. Es war ganz schön stressig damals nicht wahr? Und jetzt, wie ist es jetzt? Du fährst einfach, nicht wahr? All die Tätigkeiten, an die Du früher bewusst denken mußtest, machst Du jetzt ganz automatisch, oder?  Es gibt sogar welche, die sich bei der Fahrt noch einen Kaffee einschenken oder Essen können….ich gehöre leider nicht dazu….Aber verstehst Du ein bisschen worauf ich hinaus will.

Mit den Routinen ist es ein wenig so wie mit dem Autofahren.

Die Schwierigkeit liegt darin Routinen zu etablieren

Die einzelnen Handlungen die  ich hier als Routinen bezeichne sind oft banal. Plattitüden, eigentlich Selbstverständlichkeiten … Das Geheimnis besteht darin, sie wirklich zu Routinen zu machen. Zumeist wiederholen wir bestimmte Verhaltensweisen die uns gut tun nicht  oft genug, als dass sie uns wirklich zur Gewohnheit werden könnten. Wir haben schlicht keine Lust darauf oder  einfach das Gefühl keine Kraft mehr zu haben. Wir machen eine Pause und finden später den Faden nicht wieder, geben auf, ergeben uns in unser Schicksal. Das passiert vor allem sehr leicht, wenn man Kinder hat. Ich weiß wovon ich rede, denn ich habe fünf. Es sind wundervolle, außergewöhnliche Kinder… ABER es sind Kinder!

Aus diesem Grund wird zum Beispiel von der FlyLady in „Die Magische Küchenspüle“ gefordert sich die  einzelnen Routinen aufzuschreiben und nach und nach abzuhacken. Nicht um ein Sklave der Routinen zu werden, wie es leider von manchen missverstanden und praktiziert wird. Sondern um eine Orientierung zu haben. Um sich nach einem „Fall“, wenn einem das Leben mal wieder dazwischen gekommen ist wieder aufzurichten und weiter zu gehen. So wie es ein kleines Baby beim laufen lernen macht. Nach dem Hinfallen, gleich wieder aufstehen und weiterlaufen. Ohne Reue und  Bedauern, den Blick nach vorne gerichtet. Auf das Leben, dass man gerne führen möchte! Einen Babyschritt nach dem anderen.

 

Eine Kurze Überlegung vorweg

Ohne Zweifel braucht es für ein „immer aufgeräumtes Zuhause“ zunächst einmal ein aufgeräumtes Zuhause. Da will ich dir nichts vormachen! Es bedarf einer Grundordnung die es dann mittels der Routinen zu halten gilt. Aber mit dem einüben der Routinen kann und sollte man sogar bereits dann anfangen, wenn die Wohnung noch vom „Traumzustand“ entfernt ist.

Um ein Grundreinigung, eine Entrümpelung, egal ob radikal perfektionistisch (Konmari-Methode) oder nach und nach (Die Magische Küchenspüle) kommt keiner vorbei, der eine dauerhaft aufgeräumte Wohnung haben möchte.

Aber auch die herrlichste Grundordnung, die sauberste Wohnung läßt sich nicht dauerhaft in diesem Zustand halten, wenn man sich nicht bestimmte Gewohnheiten aneignet. Bestimmt hast Du es auch schon erlebt. Als sich Besuch ankündigte oder zu einem besonderen Anlass, hast Du deine Wohnung so auf Vordermann gebracht, dass sie aus allen Ecken regelrecht blinkte aber dann war alles wieder beim Alten. Es fehlten die entsprechenden Routinen um diesen Zustand dauerhaft zu halten.

Also noch ein Mal, denn man kann es nicht oft genug wiederholen, sobald du dir gewisse Routinen aneignest, ist Ordnung halten etwas ganz natürliches. Deine Wohnung ist einfach sauber. Du befindest sich im „Autopilot“. Leider kommt das wie vieles im Leben anfangs nicht von allein. Denke an das Autofahren!!

Mit dem einüben der Routinen sollte dabei wie erwähnt so schnell wie möglich anfangen werden. Also bereits dann, wenn die Wohnung noch im Chaos versinkt.  Es müssen nicht unbedingt alle Routinen auf ein Mal einführt werden. Das Jonglieren lernt man schließlich auch nicht indem man gleich drei oder mehr Bälle in die Luft wirft. NEIN…. am Anfang nimmt man nur einen Ball!

 

 

 Die Routinen

Um welche Routinen handelt es sich also? Hier kommen Sie und bestimmt wirst Du erst ein Mal über sie lachen. Übrigens… auch wenn meine Wohnung jetzt meinem Traumzustand sehr nahe ist….ich fliege immer noch nicht kontinuierlich auf Autopilot.

Also hier sind sie!!

 

1. Mach Dein Bett jeden Morgen

 

Sobald Du aufstehst, mache dein Bett und ziehe Dich an! Falls Du wie ich zu denjenigen gehörst, welche die Ansicht vertreten, dass das Bett am Morgen zuerst  durchgelüftet werden muss, dann gehe dich  zunächst waschen, öffne das Fenster und lass dein Bett in der Zwischenzeit auslüften. So einfach ist es…. egal ob vor oder nach dem Waschen, MACHE DEIN BETT!

Mache Dein Bett

2. Jeder Gegenstand hat seinen Platz und jeder Gegenstand an seinen Platz

Sorge dafür, dass jeder Gegenstand seinen Platz in deiner Wohnung hat. Einen Platz an den er nach seiner Benutzung immer wieder zurückgebracht wird. Dazu ist es von Vorteil, wenn Du Gegenstände nach „Gebrauchskathegorien“, „Funktionen“ oder „Themen“ aufbewahrst.  Zum Beispiel Schreibzeug, Bastellsachen, Nähsachen, Putzzeug. Egal wie Du es klassifizierst, wichtig ist, dass es für Dich, bzw. deine Familie Sinn macht.

Jedes Ding hat seinen Platz und jedes Ding an seinen Platz

3. Freie Flächen frei halten

Sorge dafür, dass  freie Flächen auch frei bleiben! Damit meine ich Kommoden, Sideboards, Fensterbänke, Nachttische. Halte sie unbedingt frei. Widerstehe der Versuchung die als  Zwischenablageflächen zu nutzen! Wenn sich dies nicht vermeiden läßt, so räume sie so schnell wie möglich leer. Mache es dir  zum Beispiel zur  Gewohnheit, jeden Abend die  dort abgelegten Gegenstände, wieder an „ihren“ Platz zurückzubringen. Siehst Du die Regeln greifen ineinander über. Natürlich kannst Du diese Flächen schön dekorieren. Da spricht nichts gegen… aber es ist schon ein unterschied zwischen Deko und schnell abgestellten Geschirr,  Kinderspielzeug und Co.

Ich muss gestehen, dass ich persönlich mit dieser Regel die meisten Probleme habe. Auch in meinem Haus gibt es freie Flächen die scheinbar alles magisch anziehen.  Dazu gehören bei mir die Kindergarderobe im Flur und der Fernsehschrank im Wohnzimmer.

Auf der Flurgarderobe landen neben unseren eigenen Sachen immer die Unzähligen Pakete und Päckchen, welche für unsere Nachbarn ankommen, bei uns abgegeben werden und dort manchmal über mehrere Tage liegen bleiben.

Es brauch nicht viel und die Garderobe sieht aufgeräumt aus. Der Flur wirkt dadurch einladender

Der Fernsehschrank ist bei uns ein Fall für sich. Denn auch Bekannte und Freunde stellen ihre Taschen und andere Gegenstände, wie selbstverständlich dort ab.

Es ist gar nicht so einfach freie Flächen auch frei zu halten. Selbst Besuch legt wie selbstverständlich seine Taschen auf unser Sideboard.

4. Fußboden frei halten

Versuche Deinen Fußboden frei zu halten. Eigentlich fällt dieser Punkt in die obere Kategorie aber der Fußboden ist DIE „freie Fläche“ deiner vier Wände. So dass er besondere Hervorhebung bedarf. Wenn Kinderspielzeug auf dem Fußboden liegt, ist das zunächst eigentlich nicht so schlimm. Jedenfalls solange erkennbar ist, dass hier gerade gespielt wird ….ganz anders sieht es hingegen aus, wenn das Spielzeug überall herum liegt, eventuell durchmischt mit zertretenen Salzstangen und Keksen.

Wie Du auf dem Foto sehen kannst macht es einen gewaltigen Unterschied, ob der Fußboden frei ist oder nicht. Heute hatten sich meine Jungs mal wieder auf den Weg zur Schule gemacht ohne aufzuräumen. Ein Dauerbrenner….. ich denke nicht nur bei uns.

Was so ein freier Fußboden in einem Zimmer denn ausmachen kann. Das Zimmer sieht gleich aufgeräumter aus

 

5.Umgebe Dich nur mit dem was dich glücklich macht oder was Du unbedingt brauchst

Überlege dir immer ganz genau, ob Du den Gegenstand den Du dir gerade besorgen möchtest auch wirklich brauchst? Macht er dich glücklich, bereichert oder erleichtert er dein Leben? Kann etwas anderes dafür weg? Passt der Gegenstand überhaupt in Deine Wohnung? Manchmal tut es gut, eine Nacht „drüber“ zu schlafen, bevor man etwas kauft.

Lass dir nichts Aufschwatzen oder aufzwingen. Setzte Dich nicht selbst emotional unter Druck und lass nicht zu, dass andere es tun. Auch wenn Du von deiner Lieblingstante, Mutter oder Freundin etwas erhältst, was dir ganz und gar nicht gefällt. Die emotionale Bindung an eine Person ist es kein Grund etwas zu behalten was Du nicht magst. Lass es also ziehen, verschenke oder verkaufe es. Dieses Geschenk, wurde vermutlich mit Liebe besorgt, um dich glücklich zu machen und nicht um dein Leben zuzumüllen oder dir eine Last zu sein. Du musst es der entsprechenden Person nicht gerade auf die Nase binden, dass Du ihr Geschenk ziehen lässt. Belaste dich aber nicht unnötig damit.

Also nochmal, umgebe Dich nur mit Dingen die Du liebst oder die Du unbedingt brauchst!

Nur das was Du liebst

 

6. Sortiere laufend aus

Hand in Hand mit der mentalen Eingangskontrolle geht das laufende Aussortieren von nicht mehr gebrauchten, doppelten oder kaputten Gegenständen.

Wenn Du Sachen aus welchen Gründen auch immer nicht mehr brauchst, dann gibt sie weg! Sie haben dir ein Mal treue Dienste geleistet aber das Leben geht weiter, die Lebensumstände und Bedürfnisse ändern sich.

Wenn dir etwas kaputt geht, dann lass es sofort reparieren oder tue  es selbst. Wenn Du etwas mehr als zwei Wochen nicht repariert hast, dann schmeiße es weg. Wenn es notwendig ist sorge für Ersatz. Vor allem, wenn es sich dabei um etwas handelt, dass Du zwar nicht häufig benutzt aber dennoch unter gewissen Umständen oder in bestimmten Situationen brauchst. Lege den neuen Gegenstand an den Platz des alten.

Wenn Du dir einen neuen Gegenstand anschaffst um einen alten aber noch funktionierenden zu ersetzen,  dann überlege dir sehr sorgfältig, ob Du den alten noch behalten möchtest! „Weil man ihn vielleicht irgendwann doch noch gebrauchen kann“ ist dabei KEIN hinreichender Grund.

Sortiere laufend aus

7. 3 Minuten Aufgaben sofort erledigen

Erledige Aufgaben die nicht länger als ein paar Minuten dauern gleich. Einige sprechen von 1 Minute – Aufgaben andere von 5 Minuten -Aufgaben… die 3 Minuten die ich gewählt habe liegen da genau dazwischen. Du merkst schon es geht nicht so sehr um die genaue Zeit, die du für die konkrete Aufgabe brauchst. Es geht darum, dass Du Aufgaben die Du  schnell erledigen und abhacken kannst auch schnell erledigst. Sie haben nämlich die Unangenehme Tendenz sich zu summieren. Mache dir bewusst, wie viel Zeit Du für bestimmte Tätigkeiten brauchst! Für das Ausräumen unseres Geschirrspülers brauche ich zum Beispiel zwischen 3 und 4 Minuten. Ich weiß nicht wie es Dir geht, aber diese Erkenntnis hat mir sehr dabei geholfen, mittlerweile den Geschirrspüler immer umgehend auszuräumen.

3 Minuten Aufgaben sofort erledigen

 

 

8. Bringe zu Ende, was Du begonnen hast

Fange nichts Größeres an, wenn  Du nicht die Zeit hast es auch zu beenden, weil andere Dinge Priorität haben.  Nein, das ist kein Vorwand um letztendlich  nichts zu tun. Denn ich meine damit das ausräumen von Schubladen, Schränken oder Kellern zu den ungünstigsten Zeiten. Der Großhausputz kurz vor dem Abgabetermin für eine wichtige Arbeit ist da wohl der Klassiker. Zumeist endet es damit, dass wir die begonnene Arbeit übereilt beenden und dabei noch mehr Chaos in der doch eigentlich aufzuräumenden Schublade verursachen.

bringe zu Ende, was Du begonnen hast

 

9. Bewahre Haltung und ermuntere

Bewahre Haltung oder auf gut Deutsch „halte den Mund und meckere nicht!“. Das betrifft vor allem Eltern…..und für mich persönlich ist es die Krux. Denn Kinder sind nun mal Kinder und das ist auch gut so! Aber mal ehrlich….einige ihrer Handlungen können einen um den Verstand bringen und es fällt einfach wesentlich mehr Arbeit an. Als meine drei Jüngsten vor eineinhalb Jahren mit ihrem Vater bei den Großeltern in Frankreich waren, hatte ich die ganze Woche über eine blinkende, funkelnde Wohnung. Kinder müssen aber auch erzogen werden. Das ist unsere Aufgabe als Eltern….und wie sollen sie lernen, sich später in ihrem Zuhause wohl zu fühlen und das hierfür notwendige zu tun , wenn ihnen die dazu notwendigen Handlungen von uns womöglich als etwas Negatives dargestellt werden? Wenn wir das was sie machen ständig kritisieren?

Bestimmte Angewohnheiten wie Betten machen, die Dinge immer wieder an ihren Platz zurückbringen sind sehr wichtig. Bei manchen Kindern wie den meinigen sind sie ein Tagesthema. Das Meckern unsererseits macht es jedoch nicht besser eher noch viel schlimmer. Eine Sache ist klar, Haltung bewahren fällt mir am schwersten.

 

Mach´s Gut deine Joanna Maria

 

 

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