Assertivität

Assertivität – die Fähigkeit der Selbstbehauptung aufbauen und stärken

Assertivität, auf gut Deutsch Selbstbehauptung, bzw. Durchsetzungsvermögen, ist die Fähigkeit seine Meinung, seine Gefühle und seinen Standpunkt, ohne die Verletzung der Rechte seiner Mitmenschen zu vertreten.

Sie erfordert einen respektvollen Umgang sowohl mit anderen als auch mit sich selbst.

Entgegen landläufiger Meinung, ist ein assertiver Mensch gerade nicht derjenige, der seine Interessen ohne Rücksicht auf Verluste durchsetzt. Sich also immer und überall gegen andere behauptet. Vielmehr ist es jemand, der den Weg der goldenen Mitte geht, weder sich noch andere mehr oder geringer schätzt.

Die Fähigkeit der Assertivität ist unerlässlich um ein selbstbestimmtes Leben zu führen und sich zu organisieren.

Okay, okay „unerlässlich“ ist übertrieben aber ohne sie ist es wesentlich schwieriger.

Kein Mensch wird mit dieser Fähigkeit geboren. Es ist eine erlernte Fähigkeit.

Denn wir müssen erst lernen, dass sowohl wir als auch die anderen bestimmte Bedürfnisse haben, die befriedigt werden müssen. Diese unterschiedlichen Interessen so zu berücksichtigen, dass man weder selbst untergeht, noch die anderen terrorisiert ist eine sehr nützliche Fähigkeit.

Es gibt übrigens kaum einen Menschen, der in allen Bereichen seines Lebens assertiv ist und manchmal ist es auch gut zu wissen, wann es ratsam ist sich nicht behaupten zu wollen.

Was zeichnet eine assertive Person aus?

Eine assertive Person ist sich vor allem ihrer selbst bewusst. Das bedeutet, sie kennt sich selbst, sowohl ihre Stärken als auch ihre Schwächen. Sie kennt ihre Bedürfnisse. Sie weiß, welche Werte für sie wichtig sind.

Dadurch ist sie in der Lage sich realistische und ihren eigenen Vorstellungen entsprechende Ziele zu setzen. Sie verzeiht sich Fehler und lässt sich von diesen nicht ausbremsen und sie kann in diesem Zusammenhang auch um Hilfe fragen und diese annehmen.

Eine assertive Person besitzt daher:

Die Fähigkeit Kritik zu äußern und anzunehmen.

Zum einen äußern sie keine Kritik ohne Aufforderung oder Zustimmung. Das bedeutet, sie vergewissern sich, ob ihr Gegenüber überhaupt an einer Rückmeldung interessiert ist.

Sie wissen berechtigte und unberechtigte Kritik zu unterscheiden, gerade weil sie sich gut kennen und die Situation gut einschätzen können. Da sie sich das Recht eingestehen Fehler zu machen, sind sie sich dessen bewusst, dass sie aus berechtigter Kritik lernen können.

Unberechtigte Kritik, ist vor allem eins Unberechtigt!

Die Fähigkeit Komplimente und die Meinung anderer anzunehmen

Hast du schon gemerkt, wie schwer es vielen Menschen fällt ein Kompliment anzunehmen. Dabei ist ein Kompliment doch etwas positives, oder?

Viele reden das, wofür sie ein Kompliment erhalten haben hingegen klein. Dabei würde ein simples „Danke“ genügen.

Die Annahme einer fremden Meinung, bedeutet nicht deren Übernahme und erst recht nicht, dass wir mit ihr übereinstimmen. Es ist eher ein Zugeständnisse an die andere Person, dass sie einfach eine andere Meinung haben darf und deswegen weder schlechter noch besser als wir ist.

Die Fähigkeit „Nein“ zu sagen, wenn ein „Ja“ negative Konsequenten für sie hätte

Dabei geht es nicht darum pauschal „nein“ zu sagen, sondern nach einer Interessenabwägung. Dazu muss man aber seine eigenen Werte und die sich daraus ergebenden Ziele kennen.

Es spricht nichts dagegen sich von jemanden überzeugen zu lassen, ihn einen Gefallen zu tun, der uns jetzt nicht in den Kram passt, wenn denn nur gewichtige Argumente dafür sprechen. Es ist nicht verwerflich eine Zeitlang fremde Ziele zu verfolgen anstatt seiner eigenen, solange man sich dessen bewusst ist und ein solches Verhalten nicht die Regel ist.

Warum fällt es vielen so schwer assertiv zu sein?

Wenn du die Menschen fragst, ob sie ein freies selbstbestimmtes Leben führen wollen, dann werden vermutlich die meisten mit einem klaren „Ja“ antworten. Vor allem in unserer derzeitigen Gesellschaftsform, in der so viel von Chancengleichheit und Selbstverwirklichung die Rede ist.

Das hat sehr viel damit zu tun, dass der Mensch ein soziales Wesen ist und „dazugehören“ möchte und mit unserer Erziehung. Wenn du das berücksichtigst, liegt die Antwort auf der Hand.

Ihnen mangelt es an Wissen, wie man selbstbestimmt handelt

Die meisten von uns haben es schlicht nicht gelernt, selbstbestimmt zu handeln.

Niemand hat es ihnen beigebracht. Ihnen gezeigt, dass es wichtig ist die eigene Meinung zu äußern. Geschweige denn ihnen vermittelt, dass sie ein Recht auf eigene eigenständige Meinung haben ohne dadurch schlechter oder besser zu sein als andere. Sehr oft, weil ihre Eltern es selbst nicht besser wussten. In vielen Familien galt und gilt mitunter immer noch die Devise „Kinder und Fische haben keine Stimme“.

„Solange du die Füße unter meinen Tisch steckst“, dieser Satz hat regelrecht Kultcharakter!!

Ich bin mir sicher, dass auch Du viele solcher Beispiele nennen könntest.

Die meisten von uns haben in ihrer Kindheit leider nicht den goldenen Weg der Assertivität, sondern vielmehr Unterwürfigkeit oder aggressive Dominanz erlernt und eingeübt.

Sie haben Angst vor der Meinung anderer, davor was „die Leute“ sagen werden

Wie bereits erwähnt ist der Mensch ein soziales Wesen und möchte dazugehören. Wir sind von Menschen umgeben, deren Meinung über uns, uns wichtig ist. Von deren Wohlwollen mitunter unser Wohlbefinden abhängen kann. Deswegen ist es grundsätzlich nicht falsch sich Gedanken über die Meinung dieser Personen über uns zu machen. Das Problem beginnt dann, wenn wir den Kreis der Personen, auf deren Meinung es uns ankommt, auch auf uns völlig unbekannte Personen ausdehnen

Es bereitet ihnen Sorge nicht gemocht zu werden oder jemanden zu verärgern.

Sie wollen niemanden traurig machen oder enttäuschen

Dabei sind wir nicht für die Gefühle anderer Personen verantwortlich oder sie für unsere. Denn jeder ist für seine eigenen Gefühle verantwortlich.

Zudem liegt das Problem darin, dass wir oft in unserem Bestreben jemanden nicht zu enttäuschen, eine andere Person enttäuschen.

Deswegen ist es in diesem Zusammenhang so wichtig, seine Werte und die sich daraus ergebenden Prioritäten zu kennen.

Wie lässt sich Assertivität erlernen?

Da Assertivität keine angeborene, sondern erlernte Fähigkeit ist lässt sie sich erlernen und trainieren.

Dazu ist es nötig sich zunächst vom Anspruchsdenken zu befreien. Es ist wichtig sich immer wieder klar zu machen, dass nicht jeder uns mögen oder unserer Meinung sein muss und dass dies vollkommen okay ist.

Ich weiß nicht, ob Du das kennst aber ich bin in meinem Leben schon Menschen begegnet, die ich aus irgendeinem Grund nicht mochte. Weder kannte ich sie noch haben sie mir irgendetwas getan. Ich mochte sie einfach nicht!

Wenn du das schon mal erlebt hast, dann rufe dir diese Erfahrung in Erinnerung.

Du solltest zudem daran denken, dass du nur dich selbst verändern kannst. Deine Einstellung. Dein Verhalten. Du hast keinen wirklichen Einfluss auf die Einstellung und das Verhalten anderer Personen.

Zwar ist es sehr wahrscheinlich, dass eine Person, die du schlecht, behandelst dich, nicht mögen wird und jemand dem du deine Aufmerksamkeit schenkst, dir wohlgesonnen sein wird. Aber Du kannst auf Menschen treffen, denen du nichts wirst recht machen können.

Erwarte nicht, dass sich die anderen assertiv verhalten, wenn du anfängst es zu tun. Viel wahrscheinlicher ist, dass sie negativ darauf reagieren.

Wenn Du immer ein offenes Ohr für sie hattest, immer hilfsbereit warst und keine Grenzen gesetzt hast, dann werden sie dir deinen Verhaltenswechsel sogar vorwerfen. Denn sie hatten ja einen unmittelbaren Nutzen von deiner mangelnden Selbstbestimmtheit.

Übe deine Selbstbestimmung im geschützten Rahmen. Fange mit kleinen Babyschritten an. Sage „nein“ zu einem Nachschlag, wenn du satt bist.“Nein“ zu einem Feierabendumtrunk, wenn du lieber deine Familie sehen möchtest, als noch mit deinen Arbeitskollegen abzuhängen.

Falls du Probleme mit dem „nein“ sagen hast. Dann mache dir bewusst, dass jedes „Nein“ zu einer Sache oder Person gleichzeitig ein „Ja“ zu einer anderen ist. Mache dir klar, wozu du „ja“ sagst.

Wechsle die Perspektive. Wenn du dich für einen schlechten Menschen hältst, weil dich jemand immer wieder um einen Gefallen fragt und du immer wieder ablehnst, was ist dann die Person die immer so unbeirrt fragt. Sie hat genau so das Recht zu fragen, wie du abzulehnen. Versuche dich von deinen Schuldgefühlen zu befreien.

Stelle Regeln auf, welche deinen Werten entsprechen. Regeln an welche du dich halten und auf welche du dich gegenüber anderen berufen kannst.

Gestehe dir folgende Rechte zu

Das Recht deinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen

Du hast ein Recht zu sagen, dass du dich ärgerst oder dass du wütend bist. Du hast ein Recht darauf ärgerlich und wütend zu sein.

Allerdings hast du kein Recht darauf, deine Gefühle an deinen Mitmenschen auszulassen. Darüber sprechen darfst du aber schon.

Das Recht du selbst zu sein, so wie du bist

Du hast das Recht darauf ab und zu albern zu sein oder Dummheiten zu erzählen. Du bist gut genug!

Das Recht „nein“ zu sagen

Jeder hat das Recht dich um einen Gefallen zu bitten und du hast das Recht abzulehnen. Andersherum aber auch, jeder hat das Recht deine Bitte abzulehnen. Das ist kein Grund um eingeschnappt zu sein.

Das Recht Fehler zu machen

Du darfst Fehler machen. Fehler können dich auch weiterbringen, wenn du aus ihnen lernst. Wie meinte doch Edison, “ ich habe mehr Fehler gemacht als jeder andere, den ich kenne und früher oder später habe ich die meisten davon patentieren lassen“.

Das Recht etwas nicht zu verstehen

Daraus ergibt sich

Das Recht um eine Erklärung zu bitten

Das Recht, die Verantwortung für andere erwachsene Personen zu verweigern.

Wir müssen keine Verantwortung für Personen übernehmen, welche geistig dazu in der Lage sind Verantwortung für sich zu übernehmen. Das gilt auch für unsere erwachsenen Kinder! Denn sie sind erwachsen.

Das gilt übrigens ebenfalls für unsere suchtkranken Partner. Wir können sie unterstützen aber wir sind nicht für sie verantwortlich.

Das Recht deine Meinung zu ändern

Es ist nichts in Stein gemeißelt. Nur Narren und Tote ändern nicht ihre Meinung!

In diesem Sinn

Jalegara ist einmalig meets Lutia Pimpinella

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